Bekämpfe einen tödlichen Virus im S3-Labor


Grippe, HIV, SARS-CoV-2: Einige der weltweit gefährlichsten Krankheitserreger werden künftig im sogenannten S3-Labor der Universität Ulm untersucht. Im Labor gelten strenge Sicherheitsvorkehrungen, um sicherzustellen, dass der potenziell tödliche Virus nicht entweicht. Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen des neuen Hochsicherheitsgebäudes.

Neues Hochsicherheitslabor in Ulm

Sie können den anthrazitgrauen Kubus auf dem Campus der Universität Ulm weiterhin in lässiger Kleidung und normalen Straßenschuhen betreten.

Die Medizinische Fakultät hat viele Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft eingeladen, ihre hochmodernen Einrichtungen zu besichtigen, die in Zukunft nicht mehr so ​​leicht zu sehen sein werden.

„Die Forscher haben ihre Arbeit noch nicht aufgenommen“, beruhigt Universitätspräsident Michael Weber. „Derzeit ist es völlig sicher, Räume zu wechseln.“

Die Universität ist stolz auf ihr brandneues Labor, das inklusive Erstausstattung 8,4 Millionen Euro gekostet hat. „Damit können wir unsere Spitzenforschung fortsetzen.“

Umgang mit potenziell tödlichen Krankheitserregern

Die neue Forschungsstation auf dem Campus ist speziell für die Arbeit mit gefährlichen und potenziell tödlichen Krankheitserregern in der Luft konzipiert. Wissenschaftler konzentrieren sich auf SARS-CoV-2, das Virus, von dem bekannt ist, dass es Covid-19 verursacht. Aber auch die Grippe und das HIV-Virus, die Erreger von AIDS, werden hier künftig unter die Lupe genommen.

„Neben der Frage, wie es einigen Viren gelingt, vom Tier auf den Menschen zu übertragen, haben wir auch Fragen, wie Coronaviren und HIV-Viren derzeit an den Menschen angepasst sind und welche Immunsysteme diese Krankheitserreger erfolgreich abwehren.“ Wir würden gerne herausfinden, ob „Das ist der Fall“, erklärt Thomas Wirth, Dekan der Fakultät. Medizinische Fakultät.

Thomas Wirth ist Ulmer Ärztlicher Direktor.

Thomas Wirth ist Ulmer Ärztlicher Direktor. (Foto: Dennis Batcher)

Neugierige Besucher des Hochsicherheitslabors passieren zunächst einen abgesperrten Bereich, der künftige Mikroben daran hindert, durch Kleidung oder Schuhe einzudringen. Dahinter befindet sich ein großzügiger Laborbereich, der ausreichend Platz für neun Forscher bietet und mit modernsten Sicherheitswerkbänken und Brutschränken ausgestattet ist. Im Nebenraum sind spezielle Analysegeräte installiert.

Sicherheit zuerst!

Um zu verhindern, dass infektiöse Viren in die Umwelt gelangen, werden neue Labore über die zweithöchste Schutzstufe „S3“ verfügen. Labore dieser Sicherheitsstufe gibt es in Baden-Württemberg nur an den Universitäten Tübingen, Freiburg und Heidelberg.

Neben strengen Zugangskontrollen ist die Forschungsstation Ulm mit einem Unterdrucksystem, Hochleistungs-Feinstaubfiltern und hermetisch verschließbaren Druckbehältern zur Sterilisation ausgestattet. Ein ausgeklügeltes Schließsystem stellt sicher, dass nur autorisiertes Personal mit spezieller Schutzausrüstung Zutritt zum Gebäude erhält.

„Das Labor wird versiegelt. Es wird nichts hineinkommen und nichts herauskommen“, sagte Dekan Wirth und fügte lächelnd hinzu, „außer den Forschern natürlich.“

Forscher hoffen, ein Medikament entwickeln zu können

Das Hauptziel der Ulmer Forscher ist es, das Virus besser zu verstehen und es wirksam zu bekämpfen. „Die COVID-19-Pandemie hat gezeigt, dass die Forschung in der Lage sein muss, wirksam auf die Bedrohung durch humanpathogene Viren zu reagieren“, erklärt Thomas Wirth.

Hinter einem modernen Äußeren verbergen sich komplexe experimentelle Techniken.

Hinter einem modernen Äußeren verbergen sich komplexe experimentelle Techniken. (Foto: Dennis Batcher)

Dies ist von entscheidender Bedeutung, um Bedrohungen einzuschätzen und eine schnelle Entwicklung von Antigentests, Impfstoffen und Behandlungen zu ermöglichen. Die Erkenntnisse aus dem neuen S3-Labor werden auch dazu genutzt, neuartige, breitwirksame antivirale Medikamente für den weltweiten Einsatz zu entwickeln.

Bis hinter der modernen Fassade des Kubus tatsächlich geforscht wird, dürften noch einige Monate vergehen. „Derzeit warten wir auf das Genehmigungsverfahren für Schutzmaßnahmen“, erklärte der Ärztliche Direktor. Er geht davon aus, dass Virologen spätestens in den nächsten drei bis vier Monaten mit der Forschung beginnen können. Sie werden nicht mehr in der Lage sein, mit Straßenschuhen oder Freizeitkleidung herumzulaufen.



Source link

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert