Erster im Labor gezüchteter Embryo: keine Eizellen oder Spermien


Abgesehen von ethischen Debatten ist dies eine große wissenschaftliche Errungenschaft. Israelische Forscher züchten die Embryonen.

Israelischen Forschern ist es erstmals gelungen, im Labor ein menschliches Embryomodell ohne Verwendung von Spermien, Eizellen oder Gebärmutter zu züchten. Die Struktur, die der eines 14 Tage alten menschlichen Embryos entspricht, sei aus nur 120 Stammzellen entstanden, berichtet ein Team des Weizmann-Instituts in Rehovot in der Fachzeitschrift Nature. Außerdem werden Hormone ausgeschüttet, sodass ein Schwangerschaftstest im Labor positiv ausfiel.

Das Forschungsteam veröffentlichte farbige mikroskopische Bilder der Struktur, die weniger als einen Millimeter groß ist. Für das ungeübte Auge sieht es möglicherweise nur wie eine Ansammlung von Zellen aus. Experten sagen jedoch, dass alle charakteristischen Bestandteile des 14 Tage alten Embryos sichtbar seien. Dazu gehören der Dottersack und die Zellansammlung, in der sich der eigentliche Embryo entwickelt (gelb im Bild oben), die Fruchtblase (blau) und der Beginn der Plazenta (rosa).

„Das ist ein wirklich lehrbuchmäßiges Foto“, sagte Jacob Hanna vom Weitzman-Team gegenüber der BBC. „Das ist noch nie passiert.“

Bereits im Juni berichtete die Stammzellforscherin Magdalena Zernica-Goetz von der Universität Cambridge über die Entstehung menschlicher Embryonen in einem sehr frühen Stadium. Lerne mehr über. Was unterscheidet das Weizmann-Modell?

Was macht diesen Laborembryo so besonders?

Das Besondere an der Arbeit des Weizmann-Teams ist die perfekte Organisation der Zellstrukturen und das Vorhandensein spezifischer Zellen, insbesondere des extraembryonalen Gewebes, aus dem sich die Plazenta entwickelt. Bei früheren Modellen seien vorhandene Zellen nicht richtig platziert worden und hätten keine Tendenz zur Weiterentwicklung gezeigt, sagte Hanna.

Ein israelisches Team hat die erste Phase eines Wettbewerbs zum Erwerb von Embryonen zwischen führenden Forschungsinstituten, die Stammzellenforschung betreiben, gewonnen. Die „bemerkenswerte Ähnlichkeit“ mit dem menschlichen Gegenstück bestätigte auch Michel Boiani, Stammzellforscher am Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster, für den Tagesspiegel.

Welchen Sinn hat die Züchtung von Embryonen im Labor?

Das Ziel von Embryomodellen besteht darin, eine ethische Möglichkeit zu bieten, die frühesten Momente unseres Lebens zu verstehen. Das bedeutet, dass bei der Untersuchung von Zellschäden oder genetischen Erkrankungen keine Experimente mit echten menschlichen Embryonen erforderlich sind. Doch je näher das Labor und seine Modelle dem realen menschlichen Leben kommen, desto größer wird der Bedarf, ethische Diskussionen und rechtliche Fragen zu klären.



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