Meteoriteneinschlag in Elmshorn: Labor untersucht 3,5-kg-Brocken |


Stand: 2. Mai 2023, 17:00 Uhr

Vor einigen Tagen berichteten Anwohner von Elmshorn, sie hätten Explosionen gehört und einige Steine ​​gefunden. Mittlerweile ist klar, dass es sich um Fragmente eines Meteoriten handelte. Anschließend wurden 13 weitere Steine ​​entdeckt, von denen einer 3,5 Kilogramm wog, ein Rekord für Schleswig-Holstein.

von Oliver Kling

Am Wochenende wurde ein Meteoritensuchteam im Auftrag des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) nach Elmshorn (Raum Pinneberg) entsandt. Bisher wurden 13 weitere Meteoritenfragmente auf mehreren Privatgrundstücken nördlich der Stadt gefunden. Carsten Jonas von der Meteor-Arbeitsgruppe sagte am Samstag, dass die Steine ​​zusammen etwa 6 Kilogramm wiegen. Meteoritenexperte Dieter Heinlein spricht von einer Sensation. Die einzelnen Teile werden in den kommenden Wochen in einem Labor in Dresden weiter getestet.

Astronomen unterscheiden zwischen Meteoriten, die durch den Weltraum fliegen, solchen, die teilweise in die Erdatmosphäre eindringen, und solchen, die auf die Erdoberfläche fallen.

Die Feuerwehr erklärte ihn zunächst für völlig unschuldig.

Nachdem Anwohner die Feuerwehr alarmiert hatten, wurden zunächst zwei Meteoriten entdeckt. Nach einem lauten Knall fanden sie im Garten eines Wohngebiets am nördlichen Ende von Elmshorn einen kleinen Stein. Es drang auch in das Dach eines Privathauses ein. Da sie vermuteten, dass es sich um einen Meteoriten handelte, riefen die Anwohner die Feuerwehr, um die Sicherheit zu gewährleisten, da Meteoriten Radioaktivität ausstrahlen. Doch die Feuerwehr räumte zunächst alles auf. Sie bestätigte, dass es sich bei dem kleinen unbekannten Objekt um einen Stein handelte. Für das Aufprallgeräusch gab es keine Erklärung.

Doch zwei Tage später war alles völlig anders. Den Astronomen zufolge handelte es sich eindeutig um Meteoriten. Dies wurde aus den ersten Fotos des Steins deutlich, die an das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) geschickt wurden. Erste Schätzungen zum Alter und zur Größe des Gesteins liegen nun vor. Dieser Meteorit wog über 100 Kilogramm, bevor er in die Atmosphäre eintrat, und soll etwa 4,5 Milliarden Jahre lang im Weltraum gereist sein.


Video: Ein Meteorit trifft ein Einfamilienhaus in Elmshorn (2 Minuten)

Immer mehr Entdeckungen werden von Anwohnern gemacht.

Nach den ersten beiden Funden meldete sich am Freitag eine weitere Hausbesitzerin beim DLR und sagte, auch auf sie seien Meteoritenfragmente gefallen, berichtete der NDR. Sie verließ das Haus am Nachmittag, weil sie am Dienstag einen Arzttermin hatte. Als sie zurückkam, bemerkte sie einen dunklen Bereich in der Einfahrt. Auf Nachfrage des NDR bestätigte Carsten Jonas, dass die Angaben und der Zeitpunkt korrekt seien. Mittlerweile häufen sich die Funde anderer Bewohner, mehrere Kilogramm Meteoriten wurden bereits eingesammelt. Jonas schloss nicht aus, dass sich die Menge auf 10 Kilogramm erhöhen könnte.

Ein Meteorit im Weltraum wiegt bis zu 1 Tonne

Dies könnte die Gesamtmasse der ursprünglichen Meteoriten im Universum auf eine Tonne erhöhen. DLR-Meteoritenexperte Dieter Heinlein sagte dem NDR Schleswig-Holstein, dass die Faustregel zur Bestimmung der Gesamtmasse eines Meteoriten 1:100 seines Gewichts auf der Erde sei. Bis Freitagabend hatte sich lediglich 1 Kilogramm Gestein auf dem Boden aufgetürmt. Der ursprüngliche Meteorit war möglicherweise zehnmal größer als ursprünglich angenommen.

Meteorschauer mit 150 km/h

Als der Meteorit in die Erdatmosphäre eindrang, zerfiel er vermutlich in einzelne Stücke, erklärte Heinlein. Die Teile dürften in einem Meteoritenhagel mit einer Geschwindigkeit von 150 Kilometern pro Stunde auf das Elmshorn niedergegangen sein. „Eines der beiden Teile im Elmshorn wiegt etwa 225 Gramm und ist etwa so groß wie ein Tennisball“, sagt Heinlein. Das zweite gefundene Stück war flach, etwa handtellergroß und etwas schwerer. Meteoriten bestehen normalerweise hauptsächlich aus Eisen und Nickel.

Der Astronom Carsten Jonas, der am Freitag seine ersten Eindrücke vom Meteoriten hatte, schätzte, dass er etwa 4,5 Milliarden Jahre lang durch den Weltraum reiste, bevor er in die Erdumlaufbahn gelangte und schließlich in die Atmosphäre gelangte.

Klinische Prüfung und Bewertung von Videomaterialien

Auswertung von Bitte bringen Sie Videomaterial von der Sternwarte in Bremerhaven mit. Und weitere Ergebnisse sollen aus Forschungen in einem Speziallabor in Dresden kommen. Die ersten beiden Teile aus Elmshorn wurden dorthin geschickt. DLR-Meteoritenexperte Dieter Heinlein sagt, die Suche müsse so schnell wie möglich beginnen, da leicht radioaktive Strahlung aus dem Weltraum weitere Informationen über die Zusammensetzung und Größe des Meteoriten liefern könne. Alle Testergebnisse aus dem Dresdner Labor werden innerhalb von ca. 4-5 Wochen vorliegen.

Wenn Sie weitere Teile finden, wenden Sie sich bitte unbedingt per E-Mail an das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (vorzugsweise contact-dlr@dlr.de). Nach Angaben des DLR soll es nur zu Aufzeichnungs- und Forschungszwecken genutzt werden und wer auf seinem Grundstück ein Meteoritenfragment findet, bleibt Alleineigentümer.

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Dieses Thema im Programm:

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