So arbeiten Sie während der Corona-Pandemie: Wenn das Labor als Offline-Zeit willkommen ist


Ich arbeite als Wissenschaftler am Institut für Angeborene Immunität des Universitätsklinikums Bonn. Als die Corona-Pandemie Anfang des Jahres rasant einsetzte, veränderten sich unsere analogen Arbeitsabläufe komplett. Man könnte meinen, dass virtuelle Zusammenarbeit für uns Wissenschaftler kein Neuland ist. Diese Forschung wird hauptsächlich durch internationale Kooperationen durchgeführt, die über Telefonkonferenzen und E-Mail durchgeführt werden. Doch während der aktuellen Pandemie hat das virtuelle Arbeiten eine ganz andere Dimension angenommen, als wir es uns Anfang 2020 vorgestellt haben.

Erstens mussten wir die virtuelle und analoge Zusammenarbeit im Team besser als üblich koordinieren. Projekte, Aufträge und Personalangelegenheiten werden per E-Mail besprochen und zur persönlichen Kommunikation werden täglich Chat-Nachrichten über den Instant-Messaging-Dienst Slack versendet. Konferenzen und große Institutstreffen werden virtuell über Zoom abgehalten. Wie ich selbst festgestellt habe, kann dies schnell überwältigend werden. Wenn Sie beispielsweise versuchen, einen Vortrag über Zoom zu halten, und ständig E-Mails erhalten.

Normalerweise stellt man irgendwann fest, dass man praktisch mehr Termine an einem Tag bewältigen kann, als man es normalerweise tun würde. Um an einer Konferenz teilzunehmen, müssen Sie nicht quer durch Bonn von einem Institut zum anderen fahren, sondern einfach in Ihrem Büro sein. Zoom einschalten. Allerdings erweisen sich Videokonferenzen als wesentlich aufwändiger als persönliche Gespräche vor Ort und den ganzen Tag vor dem Bildschirm zu sitzen, kann sehr ermüdend sein.

„In meinem Job werden die experimentellen Arbeiten in einem Labor vor Ort durchgeführt, sodass ein Arbeiten von zu Hause aus fast unmöglich ist.“

Wie Sie sich vorstellen können, ist die Arbeit von zu Hause aus in meinem Beruf nur schwer umsetzbar, da die experimentellen Arbeiten vor Ort im Labor durchgeführt werden. Die Offline-Zeit im Labor war ein willkommener Ausgleich zu meiner ständigen Online-Präsenz.

Überraschend gut war, dass die Universität Bonn Zoom als Tool für stabile Videokonferenzen zur Verfügung gestellt hat, um die Zusammenarbeit im virtuellen Team überhaupt zu ermöglichen. Corona hat hier eine Beschleunigung der technologischen Digitalisierung ausgelöst.

Klare Struktur und offene Kommunikation

Allerdings war die grundsätzliche Umstellung auf virtuelles Arbeiten für verschiedene Teammitglieder schwierig. Insbesondere für unerfahrene und introvertierte Studierende kann es schwierig sein, in Kontakt zu bleiben. Teammitglieder, die schon immer gerne selbständig arbeiten und generell über eine hohe Belastbarkeit verfügen, kommen mit der aktuellen Situation besser zurecht. Darüber hinaus kämpft jeder mit seinen eigenen persönlichen Problemen, wie zum Beispiel der Kinderbetreuung oder gesundheitlichen Problemen … Wir müssen als Team zusammenhalten und uns gegenseitig helfen, gemeinsam gestärkt aus dieser Pandemie hervorzugehen. Mir wurde klar, dass dies nicht der Fall ist.

Meiner Meinung nach ist eine klare Führung eines der wichtigsten Elemente erfolgreicher Teamarbeit. Unsere Betreuerin, Dr. Dagmar Wachten, schafft durch regelmäßige Treffen eine klare Struktur, hört allen stets offen zu und fördert das Vertrauen. Besonders beeindruckend war ihr Erfolg darin, Ängste abzubauen und alle im Team mitzunehmen.

„Allerdings merke ich langsam meine Online-Müdigkeit und freue mich auf meinen ersten persönlichen Termin.“

Offene Kommunikation und starke Strukturen sowie ein gutes Selbstmanagement sind für eine erfolgreiche virtuelle Zusammenarbeit von größter Bedeutung. Um mein Wissen weiterzuentwickeln, nahm ich daher an mehreren von der Universität Bonn organisierten Online-Workshops zu Themen wie Projektmanagement, Zeitmanagement und Führung teil. Es war eine große Herausforderung, aber es hat mir wirklich geholfen, meine Rolle als Teamkollege und Mentor zu erfüllen. Die aktuelle Situation erfordert gegenseitiges Verständnis und Flexibilität zwischen Führungskräften und Mitarbeitern, die es immer wieder zu bedenken gilt. Vor allem habe ich gemerkt, dass in dieser Zeit mehr positives Feedback, auch kleine Erfolge, allen Teammitgliedern, auch mir, besonders gut tut.

Was ich mir nach dem Ende des Coronavirus erhoffe, ist die Aufrechterhaltung einer flexiblen Arbeitsorganisation. Die tägliche Arbeit von Wissenschaftlern ist bereits stressig, daher sollten sie sich bemühen, die Vorteile der virtuellen Zusammenarbeit zu bewahren. Viele Meetings können problemlos online abgehalten werden, wodurch Sie Reisekosten und Zeit sparen. Langsam merke ich jedoch auf jeden Fall meine Online-Müdigkeit und freue mich auf meinen ersten persönlichen Termin, hoffentlich bald im Jahr 2021.



Source link

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert